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Wieland-Werke AG
Graf-Arco-Str. 36
89079 Ulm
Deutschland

Phone: +49 731 944-0
Fax: +49 731 944-2772

E-Mail: info@wieland.de
Web: www.wieland.de

MES in der Metallindustrie

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Fertigungsbereich

 

Das Unternehmen

Die Wieland-Gruppe mit Sitz in Ulm ist ein weltweit führender Hersteller von Halbfabrikaten und Sondererzeugnissen aus Kupfer und Kupferlegierungen. Ob Bänder, Bleche, Rohre, Stangen oder Drähte – gemeinsam mit den Kunden entwickelt das Unternehmen Lösungen für individuelle und industrielle Anwendungen.

 

Die Anfänge
Die Geschichte der Wieland-Werke begann 1820 mit der Kunst, aus Kupferlegierungen Glocken und Gebrauchsgegenstände zu gießen.

Die Optimierung von Prozessen in der Fertigung durch IT-Unterstützung hat – wiederum traditionsbewusst – schon fast historische Züge. Anfang der 90er Jahre wurden für das Walzwerk und die Press-/Zieh-Fertigung eigene MES-Lösungen entwickelt. Nannte man die Lösungen damals noch Fertigungsteuerungssysteme, beinhalteten die Applikationen doch schon zahlreiche Komponenten des klassischen MES. Mit anfangs wenigen Rechnern für BDE-/QDE und Versand-Funktionalitäten und einigen Maschinendatenrechnern wurde in kurzer Zeit Erfolgsgeschichte geschrieben. Durch den Aufbau einer internen IT-Organisation, die Tag und Nacht die Fertigung bei Problemen unterstützt, entstand ein MES, das kontinuierlich wächst. Die Fertigung profitiert von reduzierten Beständen, geringeren Stillstandzeiten, schnelleren DLZ und weniger Personaleinsatz.

Dieser Wertbeitrag aus MES-Projekten führt zu einer stetig wachsenden Nachfrage nach weiteren Optimierungs-Projekten.

Der Name

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2004 gaben wir unserem MES-Produkt den Namen Wieland Factory Suite (WFS), ein MES-Produkt, das international an über 3000 Arbeitsplätzen eingesetzt wird. Die Software integriert horizontal alle notwendigen Prozesse der Metallverarbeitung. Die Komplexität in der Metallindustrie erfordert im MES-Team ein Prozesswissen über Gießerei-Abläufe, Materialflüsse, Qualitätsmanagement u.v.m.. Tiefes Verständnis in den Technologien Pressen, Ziehen, Glühen, Walzen und Schneiden ist Voraussetzung, um den Kundenanforderungen mit nachhaltigen Konzepten und einer tragfähigen Software-Architektur zu begegnen. Mit der Zeit wird das Produktmanagement professioneller – das mittlerweile mächtige Software-Paket wurde 2005 in folgende Solutions (Module) gegliedert:

  • BDE (Betriebsdatenerfassung)
  • MDE (Maschinendatenerfassung)
  • QDE (Qualitätsdatenerfassung)
  • PDE (Prozessdatenerfassung)
  • APS (Advanced Planning and Scheduling, Feinplanung)
  • LOGISTIK
  • VERSAND
  • PERSONAL
  • REPORT
  • BASIS
  • ENERGIE
    2011 wird die Suite um die Solution ENERGIE erweitert, da nicht nur in der Schwermetall-Gießerei das Thema Energie-Verbrauch eine entscheidende Rolle spielt.

Die Entscheidung
Der Weg eines Rollouts auf internationalem Parkett wird 2005 begleitet von der Herausforderung, dass sich unser Produkt WFS dem Wettbewerb mit namhaften Anbietern der MES-Branche stellt.

Eine Unternehmensentscheidung öffnet den Weg, weltweit an allen produzierenden Standorten der Wieland-Gruppe das ERP-System SAP und das MES Wieland Factory Suite (WFS) auszurollen. Neben allen deutschen Standorten wird in verschiedenen Unternehmen in Singapur, USA, Österreich die WFS zur effizienten Steuerung der Fertigungsprozesse eingesetzt. Einzelne Komponenten sind in England und Südafrika im Einsatz. Die WFS wurde um Mehrsprachigkeit und die Unterstützung unterschiedlicher Einheiten-Systeme erweitert.

Für Wieland ist die WFS das steuernde und harmonisierende Element, das Anlagenebene und ERP-Prozesse im Sinne der vertikalen Integration in Einklang bringt. Die skalierbare und komponentenbasierte Software erfüllt die Anforderungen an ein modernes MES entsprechend der Norm VDI 5600.

Die Frage
Nun wird immer wieder die Frage gestellt, weshalb sich die Wieland-Gruppe entschieden hat, ein MES selbst zu entwickeln anstelle ein am Markt angebotenes System zu kaufen.

Zunächst muss klar gestellt werden, dass zahlreiche Teile der Wieland Factory Suite keine Individualentwicklung darstellen.

Wir haben die WFS gezielt um zugekaufte Lösungen erweitert, bei denen eine Eigenentwicklung nicht rentabel gewesen wäre:

  • Einfache Applikationen/Features, die am Markt günstig erhältlich sind
  • Transportleit- und Lagerverwaltungssystem
  • Grafischer Leitstand (APS) (Entwicklungsumgebung für Expertensysteme)
  • Anlagenkommunikation

Wesentliche Kernfunktionalitäten, die die Bearbeitung von Halbzeugen beschreiben, werden jedoch im Hause Wieland entwickelt. Wir legen Wert auf nachhaltiges Software Engineering. Prozess Know-How und das Wissen über die realisierten IT-Lösungen sind in der MES-Abteilung unzertrennlich verheiratet und meist ein unschätzbarer Wettbewerbsvorteil. Änderungen sind in der modellgetriebenen Software Architektur schnell möglich; die Stabilität wird durch den hohe Testautomatisierungsgrad dauerhaft sichergestellt. Im Dezember 2012 wurde die WFS und die Prozesse des Software Engineering vom TÜV Süd Product Service zertifiziert.

Warum tritt die Wieland-Werke AG dem MES D.A.CH Verband e.V. bei?
Die Wieland Factory Suite (WFS) ist ein Produkt, das durch ständige projekt- und produktgetriebene Weiterentwicklung während der letzten Jahre ein hohes technologisches und fachliches Niveau erreicht hat. Sporadisch ziehen wir Vergleiche mit Features anderer Produkte. Wir sind nicht darauf fokussiert, die WFS ausschließlich durch Individualentwicklung zu erweitern, sondern sind offen für kommerzielle Produkte, wenn sowohl Projektierung als auch der Betrieb einzelner Module wirtschaftliche Vorteile bieten.

Vom MES D.A.C.H.-Verband versprechen wir uns eine Plattform zum Erfahrungsaustausch und um uns weiter zu entwickeln. In einem Forum Gleichgesinnter kann man schließlich viel lernen, darauf freuen wir uns.

Autor: Stefan Zach, Wieland-Werke AG