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Veröffentlicht am Montag 16. Februar 2026 10:45

Drei Standorte, ein Takt: Wie SSM mit PSIpenta/ERP und MES Standorte, Daten und Prozesse vernetzt.

In der Textilmaschinenfertigung von SSM greifen Prozesse über Kontinente hinweg präzise ineinander. Mit der Migration auf PSIpenta/ERP 10 hat das Unternehmen seine digitale Basis gestärkt und Raum für künftige Entwicklungen geschaffen.

Wo immer Garn präzise aufgespult, gefärbt oder weiterverarbeitet wird, kommt man an Maschinen von Schärer Schweiter Mettler (SSM) nicht vorbei. Das Schweizer Unternehmen gilt als Referenz für innovative Spultechnologie in der Textilindustrie. Seine Maschinen erzeugen exakte Garnpakete mit gleichmäßiger Spannung, ermöglichen selbst bei hohen Produktionsraten feinste Regelung und lassen sich modular an unterschiedliche Anforderungen anpassen – gefertigt an Standorten in der Schweiz, Italien und China.

Um Qualität, Liefertreue und Datenkonsistenz über alle Werke und Ländergrenzen hinweg sicherzustellen, plant und steuert SSM seine Prozesse seit vielen Jahren mit PSIpenta/ERP und MES – vom Auftragseingang über Fertigung und Logistik bis hin zum Ersatzteilgeschäft.

Ein System wächst mit seinen Aufgaben

Der durchgängige Systemeinsatz hat SSM in den vergangenen Jahren ein hohes Maß an Prozesssicherheit verschafft. Mit dem Wachstum des Unternehmens wurden immer wieder neue Anforderungen umgesetzt – etwa die Abstimmung zwischen Zeitzonen, steigende Variantenvielfalt und unterschiedliche Produktionsbedingungen an den Standorten. „Unsere Produktion hängt direkt vom System ab“, sagt Vadim Maier, der bei SSM als ERP-Verantwortlicher den reibungslosen Informationsfluss zwischen den Standorten koordiniert und die digitale Transformation begleitet. „Alle Materialflüsse, Planungsdaten und Lagerbestände greifen ineinander. Ohne eine stabile IT-Struktur wäre das nicht möglich.“

Moderne Plattform für bewährte Abläufe

Der Wechsel auf PSIpenta/ERP 10 markierte für SSM den Schritt auf die PSI-Java-Plattform, die technische Grundlage für moderne Weiterentwicklungen. Sie ermöglicht beispielsweise regelmäßige Rolling Releases und damit kontinuierliche Aktualisierungen, ohne aufwändige Versionssprünge. Über den Workflow Developer lassen sich Prozesse einfach modellbasiert abbilden, während Groovy-Skripte flexible Abläufe innerhalb des Standards ermöglichen. Ein weiteres Plus sind die Configurable View Components (CVCs), mit denen sich Arbeitsoberflächen gezielt an Informationsbedürfnisse anpassen lassen. So behalten Anwender in Fertigung und Disposition alle relevanten Daten im Blick, ohne zwischen Masken wechseln zu müssen – ein Vorteil, der sich gerade bei komplexen Produktionsstrukturen auszahlt.

Wechsel unter besonderen Bedingungen          

Der Umstieg auf die neue ERP-Version erfolgte während einer für das Unternehmen herausfordernden Zeit. Zum Projektstart galt bei SSM Kurzarbeit – die Ressourcen waren knapp, der Zeitplan eng. Trotzdem blieb das Team bei seiner Entscheidung. Eine gründliche Vorbereitung und strukturierte Testphasen stellten sicher, dass der Wechsel ohne Beeinträchtigung des laufenden Betriebs gelang. „Eine saubere Testphase ist das A und O“, betont Vadim Maier. „Gerade bei einer Migration darf man den zeitlichen Aufwand für die Key User nicht unterschätzen. Das zahlt sich später aus.“

Die eigentliche Umstellung verlief dem Projektleiter zufolge reibungslos. Die Standardprozesse funktionierten vom ersten Tag an, was Maier auch auf die enge Abstimmung zwischen den Fachbereichen und die klare Projektstruktur zurückführt. „Jedes Unternehmen erhofft sich eine reibungslose Migration. Dass die Auslieferung aber wirklich so stabil erfolgte, hat uns überrascht und die Qualität der Umsetzung absolut überzeugt.“

Zurück zum Systemstandard

SSM nutzte die Migration auch, um eigene Anpassungen kritisch zu prüfen und notwendige, individuelle Prozesse über Groovy-Skripte innerhalb des Standards zu programmieren. Insgesamt 93 VBA-Programmierungen wurden im Zuge des Wechsels abgelöst, vereinfacht und vereinheitlicht: Statt wie bisher standortspezifisch zu arbeiten, genügt heute zudem ein einziges Skript, das für alle Werke gilt. Dazu zählt z. B. eine neue Übersicht, in der der Lagerbestand aller Werke direkt sichtbar ist – ohne separate Masken oder zusätzliche Klicks. Zudem integrierte SSM zwölf zentrale Hauptprogramme, die zuvor separat gepflegt wurden, fest in die Systemlogik. „Durch die konsequente Ausrichtung am Standard können wir einfacher Aktualisierungen umsetzen und Einstellungen zentral steuern“, so Vadim Maier.

Drei multinationale Standorte, ein System

Die Migration auf die neue Version stärkt nicht nur die technologische Basis, sondern auch die Systemarchitektur insgesamt. Viele der heute spürbaren Verbesserungen zeigen sich in der täglichen Zusammenarbeit zwischen den Produktionsstandorten in der Schweiz, Italien und China. Über die Mehrwerkesteuerung PSIpenta/Multisite pflegte SSM bereits in der Vorgängerversion zentrale Stammdaten, Stücklisten und Auftragsinformationen, die so in allen Werken identisch zur Verfügung stehen. Dadurch entfallen redundante Eingaben, und Abläufe lassen sich präzise aufeinander abstimmen. Synchronisierte Bestände und Dispositionsdaten beschleunigen den Informationsfluss und schaffen eine hohe Transparenz. Direktlieferungen zwischen Werken – etwa von China an Endkunden mit Verrechnung über die Schweiz – werden im System zuverlässig abgebildet. „An allen Standorten gleich zu arbeiten, ist eine große Herausforderung“, sagt Vadim Maier. „Mit Version 10 können wir zentrale Parameter nun noch einfacher übernehmen und automatisch auf alle Werke ausrollen. Das spart Zeit und reduziert Fehlerquellen.“ Damit unterstützt Multisite nicht nur die operative Effizienz, sondern auch die wirtschaftliche Abwicklung innerhalb des Unternehmensverbunds.

Mehr Überblick, weniger Aufwand

Mit PSIpenta verfügt SSM seit vielen Jahren über ein System, das alle wesentlichen Unternehmensprozesse verbindet und zuverlässig unterstützt. Durch die Migration auf Version 10 wurde diese bewährte Basis in eine zukunftssichere Architektur überführt. Die PSI-Java-Plattform, Rolling Releases und neue Werkzeuge wie Groovy-Skripting oder der Workflow Developer sorgen dafür, dass sich das System flexibel an neue Anforderungen anpassen lässt – ohne an Stabilität zu verlieren.

Im täglichen Arbeiten profitieren die Teams von klareren Strukturen und einer einheitlichen Datenbasis. Einstellungen können zentral gepflegt, Informationen schneller gefunden und Abläufe über Werke und Ländergrenzen hinweg abgestimmt werden. Das entlastet die IT ebenso wie die Fachbereiche. „Viele Verbesserungen merken wir gerade im Detail“, sagt Vadim Maier. „Wenn eine Anpassung sofort in allen Werken greift oder eine Änderung ohne Zusatzaufwand umgesetzt wird, zeigt sich der eigentliche Mehrwert.“

Zukunftssicher aufgestellt

Mit der Migration auf die neue PSI-Plattform hat SSM die Basis geschaffen, um die eigene Unternehmensentwicklung langfristig zu unterstützen – mit stabilen, digitalen Prozessen, klaren Strukturen und einem System, das künftige Anforderungen zuverlässig mitträgt.

 

Autor: Mathias Zimmermann, Head of Consulting & Projects
PSI Software SE | Business Unit Discrete Manufacturing