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Im Rahmen der Kongressveranstaltung Automatisierungstreff 2015 fanden die Anwender-Workshops ‚MES in der Praxis‘ inzwischen zum wiederholten Male statt. Anwender und Experten nutzen diese Veranstaltungen, um sich über Einsatzmöglichkeiten von MES zur Effizienzsteigerung in der fertigenden Industrie zu informieren.

Die mehrfach bewährten Anwender-Workshops ‚MES in der Praxis‘ fanden am 24. und 25. März 2015 in der Böblinger Kongresshalle statt. Zu den vom MES D.A.CH Verband veranstalteten Workshops kamen etwa 100 Teilnehmer. Da bereits der kurz vorher stattgefundene Anwenderkongress ‚MES im Fokus‘ überdurchschnittlich gut frequentiert war, zeigt die hohe Teilnehmerzahl wieder deutlich, dass weiterhin ein hoher Informationsbedarf zum Thema MES besteht. Die Themen der Workshops spannten einen Bogen zwischen der wachsenden Bedeutung von MES für Industrie 4.0 und Anwendungen, in denen MES nachweislich die Effizienz in der Fertigung erhöht hat. Vor allem der unmittelbare Bezug zur Praxis ist eines der herausragenden Merkmale dieser Anwender-Workshops.

Mit MES Prozesse vereinfachen
Im Einführungsreferat des ersten Workshop-Tages berichtete Dr. Olaf Sauer vom Fraunhofer IOSB über MES auf dem Weg zu Industrie 4.0. „Die Aufgaben in der Produktion werden zunehmend komplex: aufgrund permanenter Änderungen passen Unternehmen ihre Produktionssysteme laufend an Produkt- und Prozessinnovationen an“, so Dr. O. Sauer. „Für zukünftige Anforderungen werden MES fundamentale Bestandteile moderner Industrie 4.0-Lösungen.“

In den Referaten der Workshops wurden unterschiedliche MES-Lösungen führender Anbieter, wie Cosmino, CSM, IBS, Industrie Informatik, CeramTec, Membrain, MHP, MPDV, Nuveon, Opdenhoff, Proxia und Syncos, mit engem Praxisbezug sowie auch realisierte MES-Anwendungen vorgestellt. „Der Einsatz von Manufacturing Execution Systemen in der Fertigung dient dem Ziel, die Kapazitäten in der Fertigung zu erhöhen, indem bisher unbekannte Potentiale aufgedeckt und genutzt, sowie Prozesse vereinfacht werden“, betonte Frank Egersdörfer, Mitgründer und Vorstandsvorsitzender der Cosmino AG: „Das MES wird damit zum Treiber für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess, dem sich heute kein Unternehmen mehr verschließen kann.“ Angelo Bindi von Continental Division Chassis & Safety präsentierte eine MES-Anwendung in der Auto-Zulieferindustrie am Beispiel der Endmontage von Bremssystemen. Andreas Dürr von der Membrain GmbH berichtete über eine leistungsstarke Shopfloor-Integration mit SAP als führendem System. „Die Implementierung von BDE-Lösungen sowie die Integration der physikalischen Komponenten gestalten sich in der Praxis als äußerst komplex und kostenintensiv, da häufig generische SAP-Schnittstellen nicht vorhanden sind.“, so A. Dürr. Er zeigte eine Lösung für dieses Problem.

MES im Kontext zu Industrie 4.0
Schwerpunkt vieler Vorträge bildete die Rolle von MES im Kontext zu Industrie 4.0. Das Vortragsthema von Prof. Dr.-Ing. Markus Glück von der Hochschule Augsburg war: ‚Mensch-Maschine Interaktion in der Produktion 2020 – mit flexibler Automation, MES und intelligenten Produktionssystemen auf dem Weg in die Industrie 4.0.‘ Stefan Debelt und Ludwig Kreuzeder von der Industrie Informatik GmbH & Co. KG stellten vor, wie MES-Lösungen den Produktionsmitarbeiter auf dem Weg zu Industrie 4.0 heute schon unterstützen. ‚Industrie 4.0 – gestern, heute, morgen‘ lautete der Titel des Vortrags von Christian Erlinger von der Proxia AG. Mit der Frage und den Antworten zur vertikalen Integration von MES im Zusammenhang mit der Industrie 4.0 Thematik beschäftigte sich Thomas Lantermann von Mitsubishi Electric in seinem Vortrag. Christoph Sauer, Mitbegründer und Geschäftsführer der Nuveon GmbH, stellte ein Integrationsframework für alle Applikationen im Automatisierungsnetzwerk vor: ‚inFuse dient als Betriebssystem für die Fabrik 4.0‘. Robert Schürch, CEO der CSM Systems AG betonte: „Für die neuen Trends in Richtung Industrie 4.0 und IoT ist eine MES Plattform als Cloud Service der erste Schritt in die richtige Richtung.“

Eine wichtige Rolle spielte die Anbindung der MES- an die Produktionsebene mit mehreren Vorträgen. So zum Beispiel wurden neuste Entwicklungen rund um das industrielle Kommunikationsprotokoll OPC UA von Stefan Hoppe, Global Vice President der OPC Foundation, vorgestellt: ‚OPC UA entwickelt sich zum weltweiten Internet-of-Thinks-Standard‘. Das erhöhte Datenaufkommen für Nachverfolgbarkeit, Qualitätssicherung, vorbeugende Wartung und Energiemanagement, welches aufgrund der Anforderungen von Industrie 4.0 entstehen wird, lässt sich nur noch durch strukturierte und konsistente Daten über alle Programme in allen Ebenen erreichen. Als zweiter Vorstand vom MES D.A.CH Verband stellte Angelo Bindi die UMCM-Schnittstelle vor, die – einfach verständlich und einfach anwendbar – für die Verbindung von MES- und Maschinenwelt sorgt. Intensiv diskutierten die Teilnehmer nach jedem Vortrag mit den Referenten. Dabei konnten viele Fragen geklärt werden. Die Resonanz der Teilnehmer war äußerst positiv. Ausdrücklich wurde eine Fortsetzung der Workshop-Reihe ‚MES in der Praxis‘ gewünscht.

Autor: Ronald Heinze, VDE Verlag